aRFR Remote Control

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Wer ein Eos-Familie-Beleuchtungssystem von ETC betreut, braucht nicht immer eine große stationäre Bedienoberfläche. Manchmal steht man während der Probe an einer anderen Stelle im Raum, beobachtet eine Szene aus dem Zuschauerbereich oder möchte eine kleine Korrektur direkt neben einer Leuchte prüfen. Genau in solchen Situationen habe ich aRFR Remote Control als erstaunlich zweckmäßiges Werkzeug erlebt: keine allgemeine Lichtsteuerungs-App, sondern eine mobile Fernbedienung für ein bestimmtes ETC-Umfeld.

Die App gehört auf Android in die Kategorie der Werkzeuge und wird von ETC, Inc. entwickelt. Sie ist kostenlos erhältlich, richtet sich laut Altersfreigabe an alle Altersgruppen und läuft ab Android 7.0. Im Store steht sie mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,2 bei etwas mehr als dreihundert Bewertungen und über zehntausend Installationen. Das klingt nicht nach einer Massen-App, passt aber zu einem spezialisierten Arbeitsmittel, das vor allem für Nutzer interessant ist, die bereits mit einem Eos-System arbeiten.

Vom ersten Bedarf bis zur fertigen Lichtkorrektur

Der Ausgangspunkt: Nicht am Pult stehen müssen

Mein sinnvollster Einsatz beginnt nicht mit dem Öffnen der App, sondern mit einer ganz konkreten Einschränkung: Das Lichtpult steht an einem festen Platz, die Wirkung des Lichts lässt sich aber oft nur aus einem anderen Blickwinkel beurteilen. Bei einer Probe möchte ich beispielsweise sehen, ob ein Gesicht im vorderen Bereich wirklich sauber aufgehellt wird. Wenn ich dafür jedes Mal zum Pult zurückgehen muss, verliere ich Zeit und den visuellen Zusammenhang.

Hier setzt aRFR an. Die App macht aus dem mobilen Gerät eine Fernbedienung für ein Eos-Familie-Beleuchtungssystem. Ihr Wert liegt deshalb weniger in einer eigenständigen Lichtgestaltung als in der Nähe zum realen Geschehen. Ich kann dort bleiben, wo die Wirkung sichtbar ist, und die Bedienung in die laufende Kontrolle einbeziehen.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu gewöhnlichen Taschenlampen-, Farb- oder Smart-Home-Apps. Diese können einzelne Lampen oder einfache Szenen ansprechen, ersetzen aber kein professionelles ETC-System. aRFR ist dann die bessere Wahl, wenn die vorhandene Infrastruktur bereits aus Eos und kompatiblen Geräten besteht. Wer nur eine einzelne WLAN-Leuchte zu Hause steuern möchte, würde mit dieser App unnötig kompliziert arbeiten.

Einrichten statt blind loslegen

Der erste praktische Schritt ist die Verbindung mit der vorhandenen Eos-Umgebung. Dabei würde ich nicht erwarten, dass die App ohne Vorbereitung jedes System automatisch findet und sofort bedienbar macht. Eine Fernbedienung für eine Lichtsteuerung ist nur dann sinnvoll, wenn sie mit dem richtigen System verbunden ist und die Bedienrechte zur jeweiligen Arbeitsweise passen.

Für den ersten Einsatz plane ich deshalb ein paar Minuten außerhalb der Probe ein. Das Mobilgerät sollte geladen sein, die Netzwerkverbindung zur Steuerung sollte funktionieren und die verantwortliche Person am Pult sollte wissen, dass eine zusätzliche Bedienoberfläche verwendet wird. Diese kleine Absprache verhindert einen typischen Fehler: Zwei Personen geben nacheinander Änderungen ein und wundern sich anschließend, warum die Szene anders aussieht als erwartet.

Gerade bei einer mobilen Fernbedienung ist außerdem die Orientierung entscheidend. Ich würde die App nicht zum ersten Mal während einer laufenden Aufführung testen. Besser ist eine kurze Probe mit einer klaren Aufgabe: eine vorhandene Lichtstimmung auswählen, eine begrenzte Korrektur durchführen und anschließend kontrollieren, ob das Ergebnis am Pult und im Raum übereinstimmt. So lernt man nicht nur die Bedienung, sondern auch den eigenen Arbeitsablauf.

Der eigentliche Ablauf während der Probe

Ein realistisches Beispiel sieht so aus: Während einer Theaterprobe steht die Bedienperson nicht am FOH-Platz, sondern seitlich im Zuschauerraum. Die Szene ist grundsätzlich eingerichtet, aber ein Bereich wirkt zu dunkel. Statt eine allgemeine Änderung für das gesamte System anzustoßen, wird zuerst geklärt, was genau korrigiert werden soll. Geht es um einen bestimmten Bereich, eine Stimmung oder den Übergang zwischen zwei Zuständen?

Mit aRFR liegt die Bedienung näher bei dieser Beobachtung. Ich kann die aktuelle Situation aus dem Raum beurteilen, die gewünschte Änderung anstoßen und sofort sehen, ob sie die beabsichtigte Wirkung hat. Der Vorteil ist nicht nur die eingesparte Strecke zum Pult. Viel wichtiger ist, dass die Entscheidung aus der Perspektive getroffen wird, aus der das Publikum später ebenfalls schaut.

Ein nützlicher Arbeitsgriff ist, kleine Korrekturen einzeln vorzunehmen. Wenn gleichzeitig mehrere Dinge verändert werden, ist später schwer zu erkennen, welche Änderung tatsächlich geholfen hat. Bei einer mobilen Oberfläche ist diese Disziplin besonders sinnvoll, weil der Bildschirm kleiner ist als die große Bedienumgebung und die Übersicht schneller verloren gehen kann.

Mein wichtigster Tipp: Verwende die App als kontrollierte Verlängerung des Eos-Arbeitsplatzes, nicht als improvisierten Ersatz für Planung und Kontrolle. Vor einer Aufführung würde ich damit nur Aufgaben erledigen, deren Ergebnis ich unmittelbar beurteilen kann. Für komplexe Vorbereitungen, umfangreiche Programmierung oder eine systematische Fehlersuche bleibt die zentrale Steuerung die verlässlichere Umgebung.

Übergaben zwischen Pult, mobilem Gerät und Team

In der Praxis arbeitet selten nur eine Person mit Licht. Eine Lichtdesignerin, ein Operator, eine Regieassistenz und die technische Leitung können jeweils andere Informationen haben. Genau an dieser Stelle entsteht der eigentliche Übergabepunkt: Die Person am mobilen Gerät sieht die Wirkung, die Person am Pult kennt den Aufbau, und die Regie beschreibt möglicherweise nur das gewünschte Ergebnis.

aRFR kann diesen Ablauf vereinfachen, wenn vorher eindeutig festgelegt wird, wer welche Änderung ausführt. Ich würde beispielsweise vereinbaren, dass die mobile Bedienung nur für Beobachtung und klar benannte Korrekturen genutzt wird, während größere Änderungen am Pult bleiben. Das klingt banal, verhindert aber Missverständnisse. Eine Fernbedienung macht einen Prozess nicht automatisch übersichtlicher; sie fügt zunächst eine weitere Bedienmöglichkeit hinzu.

Für Gasttechniker oder wechselnde Teams ist die Einarbeitung ebenfalls ein Thema. Die App ist zwar als Werkzeug schnell verständlich, aber die Bedeutung einer Änderung hängt vom Eos-System, dem aktuellen Zustand und dem Produktionsablauf ab. Wer nur die Oberfläche kennt, aber die Lichtlogik nicht versteht, kann trotz guter Absicht eine unpassende Korrektur auslösen. Deshalb würde ich die mobile Nutzung immer mit einer kurzen Einweisung und einer klaren Rückmeldung verbinden.

Ein guter Übergabesatz ist konkret: Welche Szene ist aktiv, welcher Bereich soll verändert werden und woran erkennen wir, dass die Korrektur gelungen ist? Diese Sprache ist hilfreicher als ein allgemeines „Mach es dort etwas heller“. Die App unterstützt den Zugriff, ersetzt aber nicht die gemeinsame Beschreibung des Ziels.

Das Ergebnis aus der Perspektive des Raums

Wenn der Ablauf funktioniert, zeigt sich der Nutzen unmittelbar. Die Person, die eine Lichtwirkung beurteilen muss, bleibt am relevanten Ort. Eine Änderung wird nicht erst nach einem Weg zum Pult und zurück sichtbar, sondern kann in derselben Beobachtungssituation geprüft werden. Das beschleunigt besonders solche Proben, bei denen viele kleine Anpassungen nötig sind.

Ich sehe aRFR deshalb weniger als spektakuläre Zusatz-App und mehr als praktische Verkürzung zwischen Entscheidung und Ergebnis. Die App ist dann stark, wenn das Problem räumlich ist: Das Lichtpult befindet sich an einem anderen Platz als die Stelle, an der die Wirkung beurteilt wird. Für eine schnelle Kontrolle von vorne, von der Seite oder aus einem bestimmten Publikumsbereich ist dieser Ansatz deutlich sinnvoller als eine rein stationäre Bedienung.

Auch bei Schulungen kann eine mobile Fernbedienung nützlich sein. Eine neue Bedienperson kann eine Änderung im Raum beobachten, während eine erfahrene Person die zentrale Steuerung überwacht. So lässt sich die Wirkung einer Aktion leichter erklären. Wichtig bleibt, dass die verantwortliche Person die Kontrolle behält und Änderungen nachvollziehbar bleiben.

Wo der Ablauf ins Stocken gerät

Die erste Grenze liegt in der Spezialisierung. aRFR ist keine universelle Lichtsteuerung und keine App, die aus jedem Android-Gerät eine vollständige Produktionszentrale macht. Ohne ein passendes ETC-Eos-Umfeld entfällt der eigentliche Nutzen. Für private Beleuchtung, einfache LED-Streifen oder Geräte verschiedener Hersteller würde ich eher eine dafür vorgesehene Smart-Home- oder Hersteller-App wählen.

Die zweite Grenze ist die Abhängigkeit von der Verbindung zur Steuerungsumgebung. Eine mobile Fernbedienung kann nur so zuverlässig arbeiten wie der Weg zwischen Gerät und System. Wenn die Verbindung nicht stabil ist oder die Umgebung nicht richtig vorbereitet wurde, hilft auch eine gut gedachte Oberfläche nicht weiter. Deshalb sollte das Mobilgerät bei wichtigen Einsätzen nicht die einzige Möglichkeit sein, Änderungen vorzunehmen.

Ein weiterer Reibungspunkt ist der kleinere Bildschirm. Am stationären Arbeitsplatz lassen sich Zusammenhänge meist leichter überblicken. Auf dem Smartphone oder Tablet ist die Bedienung näher am Geschehen, aber nicht automatisch übersichtlicher. Bei vielen gleichzeitig relevanten Informationen kann der mobile Zugriff zu einer bewussten Auswahl zwingen. Das ist für eine einzelne Korrektur angenehm, für umfangreiche Programmierarbeit jedoch weniger passend.

Auch die kostenlose Installation sollte nicht mit vollständiger Kostenfreiheit im gesamten Nutzungskontext verwechselt werden. Im Google-Play-Abrechnungsmodell werden In-App-Käufe mit 36,48 Euro ausgewiesen. Für eine private Person ist deshalb ein Blick auf den konkreten Zahlungsablauf sinnvoll, bevor die App dauerhaft in einen Arbeitsprozess eingebaut wird. Für die Entscheidung zählt außerdem, ob die vorhandene ETC-Umgebung den mobilen Zugriff überhaupt rechtfertigt.

Version, Alltagstauglichkeit und meine Empfehlung

Die aktuelle Version ist 4.1.7. Zusammen mit dem Mindestbetriebssystem Android 7.0 ist die technische Einstiegshürde für viele ältere Geräte nicht besonders hoch. Trotzdem würde ich nicht automatisch jedes alte Smartphone als Produktionsgerät einsetzen. Bei einer Probe zählen ein gut lesbarer Bildschirm, eine verlässliche Verbindung und eine Bedienung, die auch unter Zeitdruck sicher funktioniert.

Die App ist seit dem 17.10.2011 verfügbar und hat sich damit in einem spezialisierten Umfeld über längere Zeit gehalten. Ihre Bewertung von 4,2 wirkt für mich passend zu einem Werkzeug, dessen Nutzen stark von der vorhandenen Technik und vom konkreten Arbeitsablauf abhängt. Wer genau diese Umgebung besitzt, kann einen sehr praktischen Vorteil bekommen. Wer sie nicht besitzt, wird aus derselben App kaum einen Mehrwert ziehen.

Ich würde aRFR vor allem Lichtoperatoren, Technikteams, Ausbildungsstätten und Produktionsgruppen empfehlen, die mit einem Eos-Familie-System arbeiten und regelmäßig aus dem Raum heraus beurteilen müssen. Besonders überzeugend ist die App bei Proben, Einleuchtvorgängen und kleinen Korrekturen, bei denen der Weg zum stationären Pult die Beobachtung unterbricht.

Weniger geeignet ist sie für Menschen, die eine einfache Licht-App für den Wohnbereich suchen, für Teams ohne klare Zuständigkeiten oder für Aufgaben, bei denen eine vollständige Übersicht und umfangreiche Programmierung im Vordergrund stehen. In diesen Fällen ist entweder eine allgemeine Herstellerlösung oder die zentrale Eos-Bedienung die bessere Wahl.

Mein Fazit fällt deshalb bewusst praktisch aus: aRFR Remote Control löst kein allgemeines Beleuchtungsproblem, sondern ein sehr konkretes räumliches. Die App bringt die Eos-Bedienung näher an den Ort, an dem Licht beurteilt wird, und kann dadurch Proben und Korrekturen flüssiger machen. Ihr größter Vorteil entsteht aber nur mit einer passenden ETC-Umgebung, sauber abgesprochenen Zuständigkeiten und einem Plan für den Fall, dass die mobile Verbindung nicht genügt.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, würde ich sie als sinnvolle Ergänzung installieren und zunächst in einem kontrollierten Testablauf einsetzen. Nach einer kurzen Eingewöhnung kann sie genau den kleinen Abstand schließen, der zwischen dem Bedienplatz und der tatsächlichen Lichtwirkung sonst ständig Zeit kostet.

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aRFR Remote Control

Tools

4,2

Vorteile
  • Unterstützt mehrere DMX-Universen für umfangreiche Lichtanlagen.
  • Schneller Zugriff auf gespeicherte Cues und häufig verwendete Funktionen.
  • Geeignet für Live-Shows
  • Proben und mobile Lichtsteuerung.
  • Ermöglicht präzise Anpassungen einzelner Dimmer und Geräteparameter.
  • Praktisch für ETC-Lichtsysteme ohne direkten Zugriff auf die Konsole.]
  • contras:[
Nachteile
  • Voller Funktionsumfang setzt eine kompatible ETC-Konsole voraus.
  • Für Einsteiger wirken die vielen Steueroptionen zunächst unübersichtlich.
  • Eine stabile WLAN-Verbindung zur Lichtkonsole ist zwingend erforderlich.
  • Nicht für die Steuerung beliebiger DMX-Hardware anderer Hersteller gedacht.
  • Auf kleinen Smartphone-Bildschirmen können Bedienelemente eng angeordnet sein.

Häufig gestellte Fragen

Was ist aRFR Remote Control und wofür wird die App verwendet?

aRFR Remote Control ist eine mobile Fernbedienung für ETC-Lichtsteuerungssysteme. Die App ermöglicht es, kompatible Lichtpulte oder Steuerungssoftware über ein iOS- oder Android-Gerät zu bedienen. Sie richtet sich vor allem an Veranstaltungstechniker, Theater, Clubs und Proberäume, die Lichtstimmungen, Geräteparameter und Wiedergabefunktionen flexibel von verschiedenen Positionen im Raum aus kontrollieren möchten.

Welche Geräte und Systeme werden von aRFR Remote Control unterstützt?

Vor dem Download sollte geprüft werden, ob die vorhandene ETC-Infrastruktur kompatibel ist. aRFR ist in erster Linie für ETC-Steuerungssysteme und deren Netzwerkumgebung entwickelt worden, nicht als universelle Fernbedienung für beliebige DMX-Controller. Die tatsächlich verfügbaren Funktionen können je nach Pultmodell, verwendeter Softwareversion, Betriebssystem und Netzwerkfreigaben unterschiedlich ausfallen. Aktuelle Herstellerangaben sind daher besonders wichtig.

Wie wird aRFR Remote Control mit dem Lichtpult verbunden?

Die Verbindung erfolgt normalerweise über ein gemeinsames WLAN- oder Ethernet-Netzwerk, in dem sich das Mobilgerät und das kompatible ETC-System befinden. Nach der Installation müssen Netzwerkadresse, Steuerungsdienst und gegebenenfalls Zugriffsrechte korrekt eingerichtet werden. Eine instabile WLAN-Verbindung kann zu Verzögerungen oder einem Verbindungsabbruch führen. Für professionelle Einsätze empfiehlt sich deshalb ein gut abgesichertes und möglichst störungsfreies Netzwerk.

Kann man mit aRFR Remote Control komplette Shows programmieren?

Die App ist vor allem als mobile Bedien- und Fernsteuerung gedacht und ersetzt nicht automatisch die vollständige Programmieroberfläche eines professionellen Lichtpults. Je nach angeschlossenem System können bestimmte Parameter, Playback-Funktionen, Gerätewerte oder Statusinformationen verfügbar sein. Für umfangreiche Showprogrammierung bleibt in vielen Fällen das eigentliche ETC-Pult oder die entsprechende Software komfortabler. Der genaue Funktionsumfang sollte vor dem Einsatz anhand der Systemversion geprüft werden.

Ist aRFR Remote Control für Anfänger geeignet und welche Voraussetzungen gibt es?

Grundlegende Kenntnisse über Lichtsteuerung, DMX, ETC-Systeme und Netzwerktechnik sind hilfreich, da die App nicht wie eine einfache Smart-Home-Fernbedienung funktioniert. Zusätzlich werden ein kompatibles Steuerungssystem, ein unterstütztes Smartphone oder Tablet sowie eine korrekt konfigurierte Netzwerkverbindung benötigt. Anfänger können die App mit einer Testanlage kennenlernen, sollten sie bei Live-Veranstaltungen jedoch erst nach ausreichender Einweisung und Prüfung einsetzen.